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Unser Tieraugenzentrum ist ausschließlich auf die Untersuchung und Behandlung von Augen bei verschiedenen Spezies spezialisiert.


Die häufigsten bei uns vorgestellten Tiere sind Kleintiere – Hund und Katze – sowie Pferde.

Auch die Augenerkrankungen von kleineren Haustieren  wie Kaninchen, Meerschweinchen oder andere kleine Nagetiere sowie Vögel, z.B. Papageien oder Greifvögel und selbst Reptilien werden bei uns vorgestellt, ebenso wie immer häufiger auch Neuweltkameliden (Alpakas).

 

Viele Augenerkrankungen sind schmerzhaft und können, wenn sie nicht schnell genug erkannt werden, zu Seheinschränkungen bis hin zur Erblindung führen. Unser kontinuierlich aktualisiertes Fachwissen und die speziellen, modernen Geräte ermöglichen uns eine fundierte Diagnose der Augenprobleme Ihres Tieres und entsprechend eine individuelle Therapie.

Viele unserer Patienten werden von ihrem Haustierarzt zu uns überwiesen. Ihr Haustierarzt erhält immer einen ausführlichen Behandlungsbericht. Wir führen keinerlei andere Untersuchungen oder Dienstleistungen durch, als die, die mit Augenerkrankungen zusammen hängen. Für Impfungen, Wurmkuren und Fragen zu internistischen, dermatologischen und orthopädischen Problemen verweisen wir an den Haustierarzt zurück und arbeiten auch in Bezug auf weitere Diagnostik/Behandlung eng mit diesem zusammen.
 

Sie benötigen selbstverständlich keine Überweisung, sondern können jederzeit auch aus freien Stücken zu uns kommen, wenn Sie in Bezug auf die Augen Ihres Tieres besorgt sind.

Diagnostik
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Die Untersuchung Ihres Tieres erfolgt in ruhiger, entspannter Atmosphäre in den modern ausgestatteten Räumen unseres neuen Tieraugenzentrums.

Angstfreie Untersuchung

Für die Untersuchung stehen uns diverse spezielle Geräte zur Verfügung, die allesamt den neuesten technischen Standards entsprechen.

Nur durch individuell ausgesuchte bzw. auf das einzelne Tier und die Erkrankung abgestimmte diagnostische Maßnahmen kann eine fundierte Diagnose gestellt werden, welche die Grundvoraussetzung für eine wirksame Therapie ist.

Der Untersuchungsgang und die jeweilige Funktion und Notwendigkeit der einzelnen angewandten Geräte wird Ihnen bei Ihrem Besuch ausführlich erklärt und die Befunde werden mittels digitaler Fotografie und Fundusfotografie dokumentiert, sodass im Verlauf der Therapie Fortschritte festgestellt bzw. auch für unterschiedliche Untersucher transparent gemacht werden.

 

Die Spaltlampenbiomikroskopie dient zur Untersuchung der vorderen Augenabschnitte mit Vergrößerung und zur Lokalisation von Veränderungen innerhalb des Auges.
 

Mittels Tonometrie wird der Augeninnendruck gemessen. Hierfür stehen uns zwei verschiedene Tonometer zur Verfügung: Das Tonovet misst nach dem Prinzip der Reboundtonometrie, während der Tonopen nach dem Prinzip der Indentionstonometrie misst.

Folgende Untersuchungen werden in unserer Praxis routinemäßig durchgeführt:

  • Spaltlampenbiomikroskopie
     

  • Tonometrie
     

  • Indirekte Ophthalmoskopie
     

  • Direkte Ophthalmoskopie
     

  • Monochromatischer Pupillarreflex
     

  • Ultraschall
     

  • Elektroretinogramm
     

  • Qualitative Tränenfilmanalyse
     

  • Schirmer-Tränentest
     

  • Färbemethoden

  • Blutdruckmessung
     

  • DOK-Untersuchung
     

  • Gonioskopie
     

  • Zytologische Untersuchungen
     

  • Versand von Fremdlaboruntersuchungen
     

  • Weiterführende Diagnostik (Kernspin/CT/Röntgen)
     

  • Netzhautfotografie
     

  • Digitale Fotografie
     

  • Infrarotfotografie
     

  • Skiaskopie

Chirurgie
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Durch sehr sorgfältige Diagnostik wird die Indikation für einen chirurgischen Eingriff gestellt. Manchmal sind die Augenprobleme Ihres Tieres nur mit einer Operation zu lösen.

Stressfreie mikrochirurgische Operation

 

Augenoperationen dienen sehr oft der Erhaltung des Augenlichts bzw. der Rettung des Augapfels, vor allem aber der Schaffung von Schmerzfreiheit und werden in der Regel in Vollnarkose durchgeführt.

 

Zur genauen Besprechung der Art der OP, der Kosten, des Nutzens und der Risiken erhalten Sie einen Vorbesprechungstermin, der häufig auch im Rahmen einer Kontrolluntersuchung stattfindet.

Für die OP bekommen Sie dann einen gesonderten Termin. In Ihrem Beisein wird ein flexibler Venenzugang gelegt, durch den ein Kurznarkotikum injiziert wird, so dass Ihr Tier stressfrei und schnell einschläft. Sie verlassen dann den Raum, und ein Gummischlauch (Tubus) wird dem narkotisierten Patienten in die Luftröhre gelegt. Hierdurch
 atmet er dann das Inhalationsnarkotikum im Gemisch mit Sauerstoff ein. Dies ist eine besonders schonende und gut zu steuernde Narkoseform, während der die Tiere kontinuierlich mittels EKG, Kapnographie und Pulsoxymetrie überwacht werden, Blutdruck und Temperatur werden kontinuierlich gemessen. Weiterhin erhalten sie während des Eingriffs Infusionen.

Augenoperationen erfolgen unter sterilen Bedingungen mit speziellem, mikrochirurgischem Instrumentarium unter operationsmikroskopischer Vergrößerung. In der Regel werden die Tier nach wenigen Stunden im Laufe desselben Tages wieder nach Hause entlassen.

Folgende Operationen werden in unserer Praxis routinemäßig durchgeführt:

  • Lid: En- und Ektropium, Makroblepharon, nasale Kanthusplastik
     

  • Nickhaut: Nickhautdrüsenprolaps (Cherry eye), Nickhautknorpeleversion
     

  • Hornhaut: Abrasio corneae, Algerbrush-Abrasio,  Gitterkeratektomie, Keratektomie,
    Bindehautlappenplastik, korneokonjunktivale Transposition , Amniontransplantate
     

  • Tränenwege: Tränenkanalspülung, Tränenpunkterweiterung, Dacryocystorhinotomie
     

  • Tumorentfernungen an Lid, Nickhaut, Hornhaut und aus der Orbita
     

  • Versorgung von Verletzungen an Lid und Hornhaut, Fremdkörperentfernungen
     

  • Intrakapsuläre Linsenextraktion
     

  • Laserchirurgie bei Irismelanomen, Glaukom (grünem Star) und zur photodynamischen Therapie
     

  • Kryotherapie bei Lidrandtumoren und Distichiasis
     

  • Glaukomchirurgie: fistulierende Operationen (Einlegen eines Gonioshunts)
     

  • Transposition des Ductus parotideus bei trockenem Auge
     

  • Augapfel: Entfernung des Augapfels, Einsetzen von Silikonprothesen, Rückverlagerung bei vorgefallenem Augapfel
     

  • Punktion, Biopsieentnahme und Drainage von retrobulbären Prozessen
     

  • Phakoemulsifikationen (Operation des grauen Stars, Katarakt)
     

  • Einsetzen von Bandagelinsen (zum Schutz der Hornhaut nach Ulzera) oder UV-Schutzlinsen (z.B. bei Schäferhundkeratitis)
     

  • Korneales Crosslinking

Zuchtuntersuchung
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Bei unseren Rassehunden und -katzen, aber auch bei Mischlingen, gibt es viele genetisch bedingte Erkrankungen, die teilweise schmerzhaft sein können oder die Sehfähigkeit bedrohen. 

Um genetisch bedingte Erkrankungen zu dokumentieren und die Zuchtverbände zu beraten, gibt es den Dortmunder Kreis (DOK), die Gesellschaft zur Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen.


Er ist als deutsche Gruppe (German Panel) in das europäische Untersuchungsprogramm (Eye Scheme) eingebunden und vom europäischen Spezialistenverband der Augentierärzte (European College of Veterinary Ophthalmologists, ECVO) anerkannt. Frau Dr. med. vet. Müller ist zertifiziertes Mitglied im DOK und damit autorisiert, Zuchtuntersuchungen nach den Statuten des ECVO durchzuführen.

Viele Zuchtverbände fordern diese Untersuchungen zur Erlangung der Zuchtzulassung ein, aber es ist in jedem Fall sinnvoll, auch nicht zur Zucht genutzte Tiere auf genetische bedingte Augenerkrankungen untersuchen zu lassen. Falls uns im Rahmen von Routineuntersuchungen oder bei Vorstellungen aufgrund von Augenproblemen Hinweise auf eine genetisch bedingte Veranlagung für eine solche Erkrankung auffallen, weisen wir Sie darauf hin und empfehlen das Anlegen eines DOK-Untersuchungsbogens.

Für eine geplante Untersuchung auf genetisch bedingte Augenerkrankungen ist es wichtig, dass Ihr Tier gechipt ist und dass Sie die Ahnentafel sowie Unterlagen über bereits stattgefundene Untersuchungen und, falls vorhanden, von Gentests mitbringen.

Bei der Untersuchung wird dann zunächst der Mikrochip ausgelesen und das Tier einer kurzen Spaltlampenuntersuchung unterzogen, ggf. wird der Augeninnendruck gemessen.


Wenn alles in Ordnung ist, bekommt Ihr Tier Tropfen ins Auge, die die Pupille weitstellen. Diese müssen dann ca. 20 Minuten einwirken, danach wird der Augenhintergrund mit dem indirekten Ophthalmoskop und erneut die vorderen Augenabschnitte mit der Spaltlampe untersucht.

Bei manchen Rassen wird zusätzlich eine Gonioskopie gefordert, diese dient der Betrachtung des Kammerwinkels, also des Bereichs zwischen Hornhaut und Iris, durch den das Kammerwasser aus dem Auge abfließt. Hunde, die hier eine Missbildung aufweisen, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms, also von erhöhtem Augeninnendruck.

Die Gonioskopie muss zwingend zu Anfang der Untersuchung, vor Eintropfen der weitstellenden Tropfen, erfolgen. Ihr Tier bekommt hierfür etwas lokales Betäubungsmittel ins Auge, dann wird eine kleine Kontaktlinse aufgesetzt und der Kammerwinkel mit der Spaltlampe betrachtet.

Alle Befunde werden fotografisch dokumentiert und in den standardisierten Untersuchungsbogen eingetragen.

Sie erhalten dann als Besitzer eine Kopie des Bogens, eine weitere wird von uns an den Zuchtverband und die nationale Erfassungsstelle des DOK geschickt.